Einsatz für die Ärmsten

19.11.2015 • 17:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Simona Haltmayer ist heute mit vielen bunten Fingerpuppen am Feldkircher Blosengelmarkt anzutreffen.  Foto: VN/Hofmeister
Simona Haltmayer ist heute mit vielen bunten Fingerpuppen am Feldkircher Blosengelmarkt anzutreffen.  Foto: VN/Hofmeister

Simona Haltmayer macht sich am Blos­engelmarkt für Frauen in Bolivien stark.

Feldkirch. (VN-sas) Für rund 30.000 Besucher ist der traditionelle Blosengelmarkt in der Feldkircher Innenstadt ein Pflichtbesuch – und die Einstimmung auf den Advent schlechthin. Knapp 60 Marktstände bieten auch heuer eine vielseitige Auswahl von originellen Geschenkartikeln und kulinarischen Leckereien. Und nicht zuletzt die Gelegenheit, den ersten Glühwein der Saison zu trinken.

Eine Besonderheit des Blos­engelmarkts sind auch die vielen karitativen Organisationen, die mit dem Erlös, den sie auf dem Markt erwirtschaften, soziale Einrichtungen unterstützen. Und genau hier kommt Simona Haltmayer aus Höchst ins Spiel. Sie feiert heute zwar „Blosengelmarkt-Premiere“, in Sachen „Verkaufen für den guten Zweck“ ist sie mit ihren 23 Jahren aber schon ein Routinier.

Blick hinter die Kulissen

Im Rahmen ihrer Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau im Bregenzer Weltladen absolvierte die Unterländerin im Sommer 2013 ein siebenwöchiges Praktikum in El Alto, Boliviens ärmster Stadt. Dort durfte sie hinter die Kulissen des von der Altacherin Karin Vogler initiierten Sozialprojekts „Yanapawi Pacha“ blicken: Eine Gruppe von Frauen stellt, um den Lebensunterhalt zu verdienen, in der auf 4100 Meter gelegenen Stadt handgefertigte Fingerpuppen für den Export her.

Haltmayer war während ihres Bolivien-Aufenthalts bei einer Gastfamilie untergebracht. Über die Armut in der Stadt hatte sie sich zwar vorab informiert, „aber es ist natürlich etwas anderes, wenn man selbst dort ist“, betont sie. Vor allem die großen Mengen an Müll und die sehr bescheidenen Lebensverhältnisse sind ihr in Erinnerung geblieben. „Zwar hat jeder ein kleines Häuschen, aber niemand eine Heizung. Es war extrem kalt“, erzählt sie. Und dennoch: „Mir ging es in dieser Zeit richtig gut. Die Leute dort können mit so wenig so glücklich sein. Das können wir hier nicht.“

Nach ihrer Rückkehr nach Vorarlberg war für die engagierte Weltenbummlerin klar, das Projekt weiter zu unterstützen. Mehrmals im Jahr ist sie in Vorarlberg auf verschiedenen Märkten im Einsatz, um die bunten Fingerpuppen zu verkaufen. „Diese Frauen sind alle Künstlerinnen. Die Puppen sind nicht nur qualitativ sehr hochwertig, sondern auch mit viel Liebe fürs Detail gefertigt.“ Auch könne sie garantieren, „dass der gesamte Erlös nach El Alto geht und damit auch die Frauen unterstützt, die ich kennenlernen durfte“. Heute ist Haltmayer von 14 bis 19 Uhr auf dem Blosengelmarkt anzutreffen. Sie freut sich auf viele Stammkunden und selbstredend auch auf viele neue Unterstützer des Projekts.

Zur Person

Simona Haltmayer

verkauft auf dem Blosengelmarkt kleine Fingerpuppen aus Bolivien.

Geboren: 22. September 1992

Wohnort: Höchst

Beruf: Kleinkinderbetreuerin

Interessen: Gärtnern, Reisen

Der Blosengelmarkt geht heute, Freitag, und morgen, Samstag, jeweils von 10 bis 19 Uhr in der Feldkircher Innenstadt über die Bühne.