Die Chefin der Sternsinger

Wetter / 01.01.2016 • 19:15 Uhr
Bis zum 6. Jänner sind die Sternsinger noch unterwegs. Susanne Schaudy kümmert sich anschließend um die Verteilung der Spenden.  VN/Steurer
Bis zum 6. Jänner sind die Sternsinger noch unterwegs. Susanne Schaudy kümmert sich anschließend um die Verteilung der Spenden. VN/Steurer

Susanne Schaudy koordiniert von Dornbirn aus die Vorarlberger Dreikönigsaktion.

Dornbirn. (VN-ger) Eigentlich wollte Susanne Schaudy nach dem Studium auswandern. Lateinamerika. „Nach einem Jahr in Kolumbien war’s allerdings nicht mehr so rosig, wie ich es mir vorgestellt habe“, rekapituliert die 27-Jährige mit einem Schmunzeln ihre Zeit als Lehrerin und Sozialarbeiterin in Santa Marta. Wieder zurück in der Heimat, kam die Stellenanzeige aus Vorarlberg gerade wie gerufen. „Mitte Dezember hatte ich das Vorstellungsgespräch, im Jänner habe ich angefangen“, erzählt die gebürtige Niederösterreicherin.

Das war vor knapp zwei Jahren. Seither ist Susanne Schaudy als Fachreferentin für die Dreikönigsaktion und Globale Gerechtigkeit bei der Jungen Kirche Vorarlberg tätig. „Man hat damit tatsächlich das ganze Jahr zu tun“, nimmt sie augenzwinkernd die Antwort auf die häufigste Frage gleich vorweg. Die hohe Zeit ist von Oktober bis Februar, aber auch davor und danach hat die Chefin der Sternsinger alle Hände voll zu tun. Erst unlängst waren Projektpartner aus Nord-Ost-Indien zu Besuch und stellten in Vorarlberger Schulklassen und Jungschargruppen das diesjährige Beispielprojekt der Sternsingeraktion vor. Insgesamt werden pro Jahr über 500 Projekte in 20 afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern unterstützt. Nach der Aktion kümmert sich die Fachreferentin unter anderem darum, was mit den Vorarlberger Spenden von knapp 850.000 Euro passiert. „Uns ist wichtig, dass die Projektpartner langfristige Unterstützung bekommen. Wir wollen, dass man die Auswirkungen sieht“, erläutert sie.

Ungerechtigkeiten

Zum Aufgabengebiet von Susanne Schaudy zählt auch, auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen und zum Handeln aufzurufen. Im Rahmen der Bildungsarbeit stehen im nächsten Jahr schwerpunktmäßig die Olympischen Sommerspiele in Rio auf dem Programm. „Wie schon bei der WM in Brasilien werden leider noch immer viele Menschen umgesiedelt. Sie warnen nicht vor, sondern schieben das Haus mit dem Bagger einfach weg“, berichtet sie.

Bis zum 6. Jänner gehen die 3500 Vorarlberger Sternsinger-Kinder wieder von Haus zu Haus und singen für benachteiligte Kinder und Jugendliche. „Das Schönste an meiner Arbeit ist, mit Kindern in Kontakt zu kommen. Bei den Sternsingern interessiert mich immer, wieso sie mitmachen. Die Antwort lautet nie: weil wir müssen, sondern immer: weil es einfach Spaß macht“, erzählt die 27-Jährige und strahlt.

Man hat damit tatsächlich das ganze Jahr zu tun.

Susanne Schaudy

Zur Person

Susanne Schaudy

ist Fachreferentin für die Dreikönigsaktion und Globale Gerechtigkeit bei der Jungen Kirche Vorarlberg

Geboren: 31. Mai 1988

Wohnort: Dornbirn

Ausbildung: Studium für Internationale Entwicklung in Wien

Hobbys: Wandern, Snowboarden, Capoeira, Fotografieren