Der Obmann der Gamer

Wetter / 22.01.2017 • 19:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Markus Madlener auf der Gamescom beim Ausprobieren eines neuen Spiels. Auf die Messe fuhr er mit Vereinskollegen. Foto: Madlener
Markus Madlener auf der Gamescom beim Ausprobieren eines neuen Spiels. Auf die Messe fuhr er mit Vereinskollegen. Foto: Madlener

Markus Madlener ist Obmann von „INDustrie Gaming“, einem Computerspiel-Verein.

Feldkirch. (VN-pes) Der Chef empfiehlt: Rinderfiletsteak, medium, an Weißweinrisotto mit sautierten Zuckerschoten. So kocht Markus Madlener auf, wenn er ins Huber’s in Götzis zur Arbeit geht. Mit nur 22 Jahren ist er bereits Küchenchef des Restaurants. „Es ist ein kreativer Beruf, in dem ich mich voll ausleben kann“, sagt er. Und auch was sein großes Hobby, Computerspiele, angeht, macht der Feldkircher keine halben Sachen. Er ist Obmann des Vereins „INDustrie Gaming“, in dem er sich mit Gleichgesinnten organisiert, zu Events fährt und LAN-Partys auf die Beine stellt.

Zusammengefunden haben sich Markus Madlener und seine Mitstreiter 2013, gemeinsam spielten sie gerne „Battlefield“, einen Militär-Shooter für PC. Seit einem Jahr ist „INDustrie Gaming“ als Verein eingetragen.

„Wir sind eigentlich kein klassischer Verein“, sagt Madlener. Einen Mitgliedsbeitrag gibt es nicht, wer mitmachen möchte, kann sich einfach auf der Homepage registrieren. Statt eines Vereinsheims gibt es „Teamspeak“. So nennt sich ein Programm ähnlich wie Skype, mit dem man über das Internet miteinander sprechen kann. Dort treffen sich die Mitglieder. Sie unterhalten sich, während sie vor sich hin spielen, oder loggen sich gemeinsam zu einer Runde in ein Spiel ein.

Gemeinsam sitzen sie aber nicht nur vor dem Bildschirm. „Wir gehen auch mal zusammen bowlen oder auf den Weihnachtsmarkt“, erzählt der Obmann. Und natürlich auf Spielemessen fahren die INDustrie-Gamer. Höhepunkt war hier bisher die Fahrt zur Gamescom nach Köln, der weltweit größten Messe für das Zocken am Rechner.

Dort kann man einen Trend beobachten: Junge Menschen verkleiden sich als Charaktere aus Computerspielen oder Anime (japanische Comicserien), und das mit sehr aufwendig gestalteten Kostümen. „Cosplay“ nennt sich das, auch INDustrie Gaming hat sich dieses Hobby auf die Fahnen geschrieben. „Cosplay ist hierzulande im Kommen“, sagt Madlener. Noch gibt es wenige in dem Vorarlberger Verein, die es betreiben, aber es werden langsam mehr. Markus Madlener geht mit gutem Beispiel voran und hat sich ein Kostüm zu einem Charakter aus der Battlefield-Reihe zugelegt. Und was sind die Lieblingsspiele des Obmanns? „Battlefield und Landwirtschaftssimulator“, sagt Madlener. Landwirtschaftssimulator? „Ja, das ist ungemein entspannend“, sagt der Berufskoch, der oft nach einem anstrengenden Abend im Restaurant in der Nacht noch ein bisschen seinem Hobby frönt. Und dann zieht er eben nicht nur in die Schlacht, sondern fährt auch mal gerne virtuell Traktor und bestellt seine Felder.

Große LAN-Party

Das größte Event, das der Obmann und seine Kollegen organisierten, war im vergangenen Jahr eine LAN-Party im alten Hallenbad in Feldkirch. Über 100 Teilnehmer vernetzten ihre Computer und spielten zusammen verschiedene Games, von „League of Legends“ bis zu ein paar Runden „Super-Mario-Kart“.

„Es ist allerdings schwer, Sponsoren dafür zu finden“, sagt Madlener. „Ich glaube, viele verstehen nicht, was wir da machen.“ Er hebt jedoch hervor, wie gut die Stadt Feldkirch den Verein bisher unterstützt hat, etwa bei der Vereinsgründung selbst oder auch beim Organisieren von Tischen und Stühlen für die LAN-Party.

Im kommenden Jahr hat der Verein um Obmann Madlener viel vor. Im Frühsommer soll wieder eine LAN-Party steigen. „Diesmal sollen 200 Leute Platz finden“, kündigt Madlener an.

Ich glaube, viele verstehen nicht, was wir da machen.

Markus Madlener

Zur Person

Markus Madlener

Obmann „INDustrie Gaming“

Heimatort: Feldkirch

Beruf: Küchenchef

Lieblingsgames: Battlefield, Landwirtschaftssimulator

Familie: ledig