Ein Mann für die Berge

29.01.2017 • 17:40 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Vom Kletterseil bis zum Neoprenanzug: Wolfgang Schallert hat für seine Touren eine Garage voller Ausrüstung. Foto: VN/Paulitsch
Vom Kletterseil bis zum Neoprenanzug: Wolfgang Schallert hat für seine Touren eine Garage voller Ausrüstung. Foto: VN/Paulitsch

Wolfgang Schallert ist leidenschaftlicher Alpinist. 2003 gründete er eine eigene Alpinschule.

Nüziders. (VN-jun) Mit vier Jahren erklomm Wolfgang Schallert aus eigenem Antrieb heraus die Mondspitze in Bürserberg. Von Nüziders aus lief er die 1500 Höhenmeter hinauf – barfuß. „Ich hatte zwar Wanderschuhe, aber die haben mir nicht getaugt. Ich wollte lieber barfuß gehen, und das habe ich auch gemacht.“ Als er mit seiner Mutter nach einem über zehnstündigen Fußmarsch wieder zu Hause ankam, war der Vierjährige erschöpft, aber glücklich. „Es war für mich schon etwas Besonderes“, erinnert sich Schallert, den längst die Leidenschaft für die Berge gepackt hatte. „Das Schönste am Bergsteigen ist für mich, oben auf dem Gipfel zu stehen und in die Ferne zu schauen. Das fasziniert mich heute noch am meisten“, erzählt der Alpinist aus Nüziders. Schon seit seiner Kindheit sind die Berge seine große Liebe. 

Abenteuerlust und Action

Diese Liebe wurde durch Schallerts damaligen Sportlehrer an der Hauptschule Nüziders gefördert. „Er war mit Leib und Seele Alpinist und kreierte das Freifach ‚Bergwandern‘. Damit hat er uns Kindern Dinge ermöglicht, die für uns undenkbar waren“, berichtet der 41-Jährige. Gemeinsam unternahmen sie Berg- und Skitouren oder gingen am Hängenden Stein in Nüziders klettern. „Wir haben auch einmal eine Nachtwanderung gemacht, sind mit Laternen auf den Schillerkopf gelaufen“, erinnert sich Schallert. „Ohne unseren Lehrer wäre das nicht möglich gewesen. Niemand hätte sich sonst die Zeit dafür genommen.“

Auch während seiner Lehre als Anlagentechniker bei den Illwerken lebte Schallert seine Sportbegeisterung aus. Über vier Jahre hinweg fuhr er jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit – 30 Kilometer weit. „Ich bin damals viel Mountainbike gefahren, machte Tagestouren nach Innsbruck und wieder zurück“, erzählt Schallert. Zudem ging er weiterhin bergsteigen und klettern.

Was liegt da also näher, als eine Ausbildung zum Bergführer zu machen? „Selbst wäre ich nie auf die Idee gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Das kam erst durch einen Arbeitskollegen ins Rollen“, berichtet Schallert, der zeitgleich die HTL Dornbirn besuchte und in den Ferien als Bergführer arbeitete. „Mir taugt es, anderen Menschen zu zeigen, wie Bergsteigen geht. Für mich ist es am schönsten, ein Bergerlebnis mit jemandem zu teilen“, sagt er. Und so entschied sich Schallert nach seinem Schulabschluss im Jahr 2000 nicht für einen Beruf als Elektrotechniker, sondern für die Berge. „Ich hatte beschlossen, ein weiteres Jahr als Bergführer zu arbeiten, um dann zu schauen, wie es weitergeht“, sagt Schallert. Und er blieb dabei, bis heute.

Ein Traum wird wahr

Mittlerweile ist Schallert nicht nur staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, sondern auch Canyoningführer, Ski- und Snowboardlehrer. 2003 gründete er die Alpinschule „Free-Motion“. Dort bietet er Ausflüge und sportliche Aktivitäten in Vorarlbergs Natur an: Klettern, Canyoning, Skitouren, Schneeschuhwandern. Vom Anfänger bis zum Profi, vom Kind bis zum Erwachsenen – für jeden ist das Passende dabei. „Mein Beruf ist es nicht, irgendwelche gefährlichen Dinge zu machen, sondern Menschen die Natur zu zeigen“, sagt Schallert. Sicherheit, Erlebnis und Machbarkeit stehen bei ihm an oberster Stelle. Unterstützung bekommt er von seinen Eltern und seiner Frau Rebecca, die er vor vielen Jahren in einem seiner Kurse kennenlernte. Beide teilen die Leidenschaft für die Berge.

Ein Bergerlebnis mit jemandem zu teilen, ist für mich am schönsten.

Wolfgang Schallert

Zur Person

Wolfgang Schallert

Geboren: 24. Mai 1975 in Bludenz

Wohnort: Nüziders

Beruf: Gründer der Alpinschule „Free-Motion“

Familie: verheiratet mit Rebecca

Hobbys: „Mein Beruf ist mein Hobby“, abwechslungsreicher Sport