Einfach Narr sein dürfen

Wetter / 17.02.2017 • 18:33 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Für Marco Stampfl und die Spältabürger steht der Faschingshöhepunkt an.  Foto: VN/Hartinger
Für Marco Stampfl und die Spältabürger steht der Faschingshöhepunkt an. Foto: VN/Hartinger

In Feldkirch startet heute der Höhepunkt des Faschings. Mittendrin der Spältabürger Marco Stampfl.

feldkirch. (VN-doh) Der Anzug, den Marco Stampf in seinem Job in der Feldkircher Sparkasse trägt, bleibt in den nächsten Tagen im Schrank. Er tauscht ihn gegen das Gildenhäs der Feldkircher Spältabürger, die an diesem Wochenende ihr Jubiläum feiern und Feldkirch explodieren lassen: So lautet nämlich das Motto des Faschingswochenendes in der Montfortstadt. Der Feldkircher Fasching hat Tradition: Das 50-jährige Jubiläum der Faschingsgilde Spältabürger und das 25-jährige Jubiläum der Guggamusik Spältaschränzer sind ein Grund, besonders lange, ausgiebig und kreativ zu feiern. Seit Langem wird das Wochenende bereits geplant. „Im Sommer haben wir die verschiedenen Gruppen bereits angeschrieben. 89 Zusagen sind im Laufe der Vorbereitungen eingetroffen“, erklärt Stampfl. Er hat 2008 sein Probejahr in der Faschingsgilde absolviert und kümmert sich mittlerweile gemeinsam mit Albert Scheidbach um die Aufstellung des buntes Zugs durch die Stadt.

Der Sonntag wird für Stampfl früh beginnen. Ab sieben Uhr wird er für die Faschingsgilde im Einsatz sein. „Meine Hauptaufgabe beginnt mit der Aufstellung des Umzugs ab etwa 12 Uhr. Aber wir packen an, wo Unterstützung gebraucht wird“, sagt der Spältabürger. Bei der Aufstellung hat die Sicherheit der Teilnehmer Priorität. „Es gibt bei uns klare Regeln. Für die Teilnehmer sind Zigaretten und Alkohol während des Umzugs tabu, denn auch Narren haben eine Vorbildwirkung“, betont Stampfl.

Wie schnell ein Unfall passieren kann, hat der 32-Jährige vor sechs Jahren selbst erlebt. „Ich war selbst schuld, weil ich zu nah an unserem Wagen gelaufen bin. Kurz nicht aufgepasst und die Achillessehne war ab“, erzählt Stampfl. Er hatte seinen Fuß unter dem Wagen eingeklemmt. Seiner Begeisterung für die Umzüge konnte der Zwischenfall aber nichts anhaben. „Ich genieße es jedes Jahr wieder, einfach Narr sein zu dürfen“, so der Faschingsfan. Zur Gilde gebracht hat ihn vor neun Jahren sein Onkel Gerhard Stampfl, der als Tafelmeister für die Verpflegung der Tausenden Besucher zuständig ist, die an diesem Wochenende in Feldkirch erwartet werden.

Aktiver Vereinsmeier

Es ist aber nicht nur die fünfte Jahreszeit, die das Vereinsleben der Faschingsgilde für Marco Stampfl so interessant macht. „Wir sind das ganze Jahr über aktiv. Einerseits beginnt die Organisation bereits früh im Jahr, andererseits gibt es regelmäßige Treffen und Ausflüge“, sagt Stampfl. Im Feldkircher Vereinsleben ist der Banker ohnehin sehr aktiv. Beim Hobbyeishockeyclub Bad Hornets sitzt er als Kassier im Vorstand. Auch bei den Pfadfindern in Altenstadt ist Stampfl aktiv. Zu den Pfadis hat ihn seine Frau Corinna gebracht, und sie begleitet ihn seit einiger Zeit zu den Spältabürgern. „Wir waren ja ohnehin oft bei den Aktivitäten des anderen dabei, da hat sich das so ganz gut ergeben“, erklärt der Vereinsmeier.

Derzeit dreht sich aber alles um den Fasching, denn zum Jubiläum sorgen die Spältabürger am Samstagabend für ein Spektaktel. Knapp 20 Guggamusiken spielen ab 18 Uhr auf. Ab 20 Uhr zieht der 1. Guggamusiknachtumzug durch Feldkirch. Am Sonntag gibt es ein Warm-up ab 10.30 Uhr auf der Narrenmeile der Neustadt, bevor der Umzug durch die Stadt zieht. „Für uns selbst wird es sicher ein stressiges Wochenende, auf das wir uns aber das ganze Jahr freuen“, meint Stampfl.

Der Fasching ist für mich die schönste Jahreszeit.

Marco Stampfl

Zur Person

Marco Stampfl

ist verantwortlich für die Aufstellung beim Umzug der Spältabürger.

Geboren: 14. August 1984

Faschingsgilde: seit 2008 bei den Spältabürgern

Beruf: Bankkaufmann

Familie: verheiratet

18. Februar: 20 Uhr Guggamusiknachtumzug. 19. Februar: Ab 10.30 Uhr Warm-up in der Narrenmeile, 13.30 Uhr Faschingsumzug

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