Theaterliebe

10.06.2019 • 16:27 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Matthias Bitschnau ist der neue Obmann des Vereins „Luaga & Losna“.
Matthias Bitschnau ist der neue Obmann des Vereins „Luaga & Losna“.

Mathias Bitschnau ist neuer Obmann von „Luaga & Losna“.

Nenzing Wo die Liebe hinfällt. Bei Matthias Bitschnau landeten die berühmten Schmetterlinge direkt auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Der 35-jährige Montafoner verliebte sich in die Tochter des Theaterproduzenten Johannes Rausch. Dieser ist Gründer des „Theater der Figur“, des Kindertheaters „Minimus Maximus“ und Initiator des Kinder- und Jugendfestivals „Luaga & Losna“ mit integrierter Dramatikerbörse. Viel Drama brauchte es im Drehbuch der beiden jedoch nicht. Denn irgendwie war es logisch, dass der Schwiegersohn in spe auch die Obmannschaft des Vereins „Luaga & Losna“ übernimmt. Das Beste an dieser Verbindung: „Ich habe einen neuen Kosmos der Kleinkunst kennengelernt, den ich jetzt sogar mitgestalten kann“, erklärt der Eventtechniker, der die Bühne des Ramschwagsaals schon gefühlte 100.000 Mal betreten hat. Wenn sich heute Abend um 17 Uhr der Vorhang für die 31. Auflage des Festivals für das junge Publikum hebt, wird es dennoch ein anderes Gefühl sein und wohl auch die Schmetterlinge im Bauch ordentlich flattern. „Ich werde ganz schön nervös sein“, verrät der engagierte junge Mann, der der Eröffnung mit Spannung entgegensieht. Und die wird vermutlich erst beim anschließenden Buffet von ihm abfallen. „Dann ist Luaga & Losna 2019 angelaufen, dann kann fast nichts mehr schiefgehen.“

Bühnenerfahrung

Dabei kann der hauptberuflich bei der Gemeinde Nenzing beschäftigte Saalwart-Stellvertreter und Techniker durchaus auf Bühnenerfahrung zurückgreifen. „Ich hatte zwar mit Theater nie etwas zu tun“, erzählt Bitschnau, „aber als Musiker war ich auch ,bandmäßig‘ unterwegs.“ Es scheint, als habe der Oberländer nicht nur den Rhythmus im Blut, sondern trage gleichzeitig auch die Leidenschaft eines Genres in sich, das im großen Theater eher eine kleine Rolle spielt. „Dabei macht gerade Kindertheater wahnsinnig Spaß.“ Immer wieder begleitete er Johannes Rausch auf seinen Touren durch Schulen oder Bibliotheken. „Ich kann mich noch gut an einen Vormittag in der Volksschule in Lech erinnern, die hatten so eine riesengroße Freude.“ Aufgeführt haben die beiden damals das Tanztheater „Klein Anders“. „In diesem Stück sitze ich mit meiner Gitarre auf der Bühne und singe“, berichtet der Musiker, der ein Studium an der Universität für Musik und Kunst (MUK) in Wien absolvierte. „Wie die Augen der Kinder immer leuchten und wie sie sich freuen, das fasziniert mich total.“ Eine weitere Funktion, die er bereits seit einigen Jahren innehat, ist das Komponieren der Melodien zu den Theaterstücken. Ob Klavier oder ein anderes Instrument, Bitschnau lässt sie an ihren schönsten Saiten erklingen. Dabei sei es ein großer Vorteil, die Saiteninstrumente auch alle selbst zu beherrschen. Von der Geige angefangen über die Ukulele bis hin zum Kontrabass. „Also, ich spiele nicht super professionell“, will er nicht falsch verstanden werden. Mag er es eher, das Licht unter den Scheffel zu stellen? Wie dem auch sei, der zukünftige Schwiegersohn des Festivalgründers ist voll und ganz in die Welt des Kindertheaters eingetaucht. Für Johannes Rausch, der nach 30 Jahren das Zepter in jüngere Hände legen wollte, ein echter Glücksfall. Was natürlich auch umgekehrt gilt, denn der 70-Jährige steht nach wie vor dem Festival tatkräftig zur Seite.

Schmetterlinge im Bauch

Und wenn am 15. Juni der letzte Vorhang fällt, dann haben die Schmetterlinge mal eine kurze Pause. Zumindest bis das Festival „Luaga & Losna“ im September ein weiteres Mal mit sechs Produktionen im Theater am Saumarkt in Feldkirch über die Bühne geht. Und dann steht ja auch noch die Hochzeit an. CRO

Zur Person

Matthias Bitschnau

Alter: 35

Ausbildung: Uni MUK/Jazz

Beruf: Eventtechniker und Stellvertretender Saalwart im Ramschwagsaal, Nenzing

Hobbys: Musik, Sport, Skifahren