Ein Tanz für Kinder

Wetter / 19.11.2019 • 18:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Christine Flatz-Posch arbeitet seit 16 Jahren im Vorarlberger Kinderdorf. 
Christine Flatz-Posch arbeitet seit 16 Jahren im Vorarlberger Kinderdorf. 

Christine Flatz-Posch hat den Kinderrechte-Flashmob angekurbelt.

Bregenz Die Aktion soll Spaß machen und Aufmerksamkeit erregen: Heute, Mittwoch, feiert die UN-Kinderrechtskonvention ihren 30. Geburtstag. Das Vorarlberger Kinderdorf und die Dance Art School lassen das Land zu diesem Jubiläum zu Tim Bendzkos „Nur kurz die Welt retten“ tanzen. Um ein sichtbares Zeichen für Kinderrechte und faire Chancen für Kinder zu setzen, wurden mehrere Flashmobs auf die Beine gestellt. „Alle können mitmachen“, unterstreicht Christine Flatz-Posch (50), die die Aktion angestoßen hat.

Der Kinderrechte-Flashmob des Vorarlberger Kinderdorfs, an dem unter anderem zwei Marienberg-Klassen teilnehmen, findet um 12.30 Uhr in der Bregenzer Kronhalde statt. Die Dance Art School legt um 17 Uhr auf dem Marktplatz und um 17.30 Uhr in der Schulgasse in Dornbirn nach. Abgerockt wird auch an vielen Schulen. „Mit dabei sind unter anderem die Mittelschule Rheindorf in Lustenau, die Mittelschule Bregenz-Stadt, die Volksschule Gaißau und die Volksschule, die Mittelschule und die Polytechnische Schule Hittisau. Viele Vereine sind selbst am proben oder haben die Aktion beworben“, ergänzt Christine Flatz-Posch.

„Spitzenjob“

Die 50-jährige Lauteracherin arbeitet seit 2003 beim Vorarlberger Kinderdorf im Bereich Kommunikation. „Es ist toll, dass ich in einem so sinnvollen Bereich auch spürbar etwas bewirken kann“, sagt sie über ihren „Spitzenjob“. Mit dem Flashmob möchte das Vorarlberger Kinderdorf vor allem darauf aufmerksam machen, „dass es an uns allen liegt, was aus Kindern wird“. Beispiele, warum es in einem Bundesland wie Vorarlberg nach wie vor notwendig ist, ein Zeichen für Kinderrechte zu setzten, kennt Christine Flatz-Posch genügend. „Es macht mich auch nach über 15 Jahren im Vorarlberger Kinderdorf oft betroffen, wie viele Kinder und Erwachsene im reichen Vorarlberg unter schwierigsten Bedingungen leben, wie sehr Familien unter Druck stehen und versuchen, trotz hoher Belastungen ihr Bestes zu geben“, erzählt sie. Es geht um Kinder, die aufgrund des Einkommens oder des Bildungshintergrundes der Eltern schlechtere Gesundheits- und Bildungschancen haben. Viele Geschichten handeln aber auch von Gewalt. „Noch immer erleben etwa 19.000 Kinder und Jugendliche in Vorarlberg zuhause Gewalt bis hin zur Misshandlung, obwohl Gewalt in der Erziehung längst verboten ist. Eltern, die zu solch drastischen Erziehungsmaßnahmen greifen, leben meist an der Belastungsgrenze. Das heißt Familien brauchen viel mehr Unterstützung, Anerkennung und frühe Hilfen, damit sie für Kinder ein Ort der stabilen Bindungs- und Beziehungserfahrung sein können“, verdeutlicht die zweifache Mutter. 

Vorarlbergweit

Das Ziel für den Weltkinderrechtetag war es, einen möglichst vorarlbergweiten Flashmob anzukurbeln. Nach der Choreografie von Christine Hefel von der Dance Art School wurde im Studio geprobt und mit Tanzschülern und Mitarbeitern des Vorarlberger Kinderdorfs ein Video gedreht. Anschließend lud man Schulen, Vereine, Eltern oder Jugendzentren dazu ein, den Tanz mittels Video-Anleitung einzustudieren, selbst einen Flashmob zu inszenieren oder einen Film zu drehen und im Internet zu veröffentlichen. „Es ist wirklich spitze, dass an allen Ecken und Enden ,geflashmobt‘ wird“, freut sich die Lauteracherin auf ein „wirklich kraftvolles Zeichen für mehr Chancengerechtigkeit“. vn-ger

Zur Person

Christine Flatz-Posch

Geboren 1969

Wohnort Lauterach

Familie verheiratet mit Bernhard Posch, zwei Kinder (Valerian, 14, Lilli, 12)

Ausbildung Redaktionsausbildung bei Russmedia, Magister-Studium der Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaft

Laufbahn seit 2003 im Bereich Kommunikation mit den Schwerpunkten Strategische Öffentlichkeits- und Medienarbeit, Redaktion sowie Social Media des Vorarlberger Kinderdorfs tätig

Hobbys Skifahren, Skitouren, Pfänder, Yoga, Tennis, Lesen