Eine Herzenssache

Wetter / 15.01.2020 • 19:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die 18-Jährige zeigt soziales Engagement für Menschen mit Beeinträchtigung.
Die 18-Jährige zeigt soziales Engagement für Menschen mit Beeinträchtigung.

Sanna-Mae Freuis engagiert sich bei der Lebenshilfe in Langenegg.

alberschwende „Im Leben vergessen wir viel zu oft, dankbar zu sein“, meint Sanna-Mae Freuis (18) aus fester Überzeugung.

Bereits während der Schulzeit bewies die Alberschwenderin ihre soziale Ader. Im Zuge des Wahlpflichtfachs Sozialkompetenz ab­solvierte sie ein Praktikum im Krankenhaus in Dornbirn. Zudem arbeitete sie an einem Buchprojekt mit alten Menschen, welches unter anderem den Vorarlberger Jugendprojektwettbewerb 2018 gewann. Als Mitglied im UNESCO-Team der Schule reiste sie außerdem im Rahmen sozialer Projekte nach Kreta und Armenien.

Ende der Schulzeit

Die Matura absolvierte sie mit gutem Erfolg am Bundesgymnasium Dornbirn. Danach stellte sich ihr die Frage: Zuerst Berufserfahrung sammeln oder lieber gleich studieren? Nach einem kurzen Auslandsaufenthalt in England entschloss sich Sanna-Mae dann, vorerst für ein soziales Jahr im Ländle zu bleiben. „Es war definitiv die richtige Entscheidung“, bestätigt sie. Denn seit Oktober letzten Jahres engagiert sie sich als Mitbetreuerin in der Lebenshilfe Langenegg. Dort hat sie tagtäglich mit Menschen zu tun, die kognitive, aber auch körperliche Beeinträchtigungen haben. „Meine Aufgabe ist es dabei, die Menschen so weit zu unterstützen, damit sie möglichst viel selbstständig machen können“, erklärt die Helferin.

Grundsätzlich eine simple Aufgabe, wenn man viel Sozialkompetenz mit bringt – würde man glauben. Doch es braucht weitaus mehr als das. „Die Betreuung erfordert viel Geduld, Motivation und die eigenen Grenzen zu kennen“, sagt Sanna-Mae. Letzteres beziehe sich vor allem auf die Situationen und Emotionen, die man des Öfteren als unerfahrene Betreuerin erfährt. „In der Tagesbetreuung sind viele besondere Menschen mit berührenden Geschichten. Das Schöne dabei ist, dass jeder Mensch anders und speziell ist“, erzählt die 18-Jährige und ergänzt: „Trotzdem ist es wichtig, sich nicht jede Situation zu nah ans Herz zu legen und auch Bescheid zu sagen, wenn es zu viel wird.“

Sanna-Mae ist der Überzeugung, dass ein soziales Jahr sicher nicht jedermanns Sache ist, jedoch würde sie es jedem empfehlen, sich sozial zu engagieren – egal in welcher Hinsicht. Insbesondere die Erfahrungen, die sie anlässlich der vergangenen Monate gesammelt hat, aber auch jene beim Schulaustausch in Armenien, hätten ihre Persönlichkeit enorm geprägt. „Durch die Lebensumstände in einem armen Land wie Armenien habe ich gelernt, jede Kleinigkeit in meinem Leben noch mehr zu schätzen“, erwähnt sie.

Unter anderem erlebt Sanna-Mae jeden Tag aufs Neue mit, mit welcher Freude die Mitarbeiter der Lebenshilfe ihren Beruf ausüben. Diese Motivation habe sich auch auf sie selbst übertragen, denn im Hinblick auf die Zukunft sieht sie sich weiterhin im sozialen Bereich. In Innsbruck wird sie deshalb in mehr als einem halben Jahr Kranken- und Gesundheitspflege studieren. VN-AOM

Zur Person

Sanna-Mae Freuis

unterstützt im Rahmen eines sozialen Jahrs zehn Monate lang Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung.

Geboren 3. Juni 2001

Wohnort Alberschwende

Ausbildung Matura am Bundesgymnasium Dornbirn

Motto „Lebe. Liebe. Lache.“