Weihnachtsbaum

Wissen / 20.12.2019 • 16:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf dem Petersplatz steht seit 1982 jedes Jahr ein Weihnachtsbaum.APA
Auf dem Petersplatz steht seit 1982 jedes Jahr ein Weihnachtsbaum.APA

Fundstücke neben dem Baum aller Bäume.

Schwarzach Welche Innovation sollte am heutigen Datum feiern? Natürlich den Baum aller Bäume, den Weihnachtsbaum! Wer ihn erfunden hat, lässt sich so einfach gar nicht sagen, an der Verbreitung des Weihnachtsbaums haben viele mitgewirkt. Seine Herkunft liegt im Dunkel der Geschichte, er stammt aus vorchristlichen Zeiten. Im antiken Mithraskult wurde ein Baum zu Ehren des Sonnengottes geschmückt. Interessant wird es, wenn man beim Thema Weihnachtsbaum ein bisschen tiefer, ein wenig neben der Spur gräbt – da erfährt man aus dürren Angaben viel Kulturhistorisches.

Symbol für Weihnachten

Und vielleicht Tröstliches … als christliches Symbol für Weihnachten entstand der Weihnachtsbaum wahrscheinlich bei der Bäckerzunft 1419 in Freiburg im Breisgau, dort sollen schon Äpfel, Nüsse und Lebkuchen daran gehängt worden sein, belegt ist es aber nicht. Belegt ist ein geschmückter Tannenbaum 1597 bei den Zünften in Bremen. Im 17. Jahrhundert zieht der Weihnachtsbaum dann im Elsass in die Wohnstuben. 1610 schmückte Dorothea Sibylle von Brandenburg zum ersten Mal einen Baum mit Kerzen; sie war erst zwanzig und hatte eben erst den Herzog Johann Christian von Brieg geheiratet, dann kamen noch fünfzehn Lebensjahre und dreizehn (!) Kinder. Die nächsten hundert Jahre erobert der Weihnachtsbaum die protestantischen Gebiete des Heiligen Römischen Reiches; mit Goethes Sensationsbestseller „Die Leiden des jungen Werthers“ geht der Baum in die deutsche Literatur ein. Er redete von dem Vergnügen, das die Kleinen haben würden, und von den Zeiten, da einen die unerwartete Öffnung der Türe, und die Erscheinung eines aufgeputzten Baums mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln, in paradiesische Entzückung setzte. Zitat Ende. Für den Romanhelden Werther gibt es keine paradiesische Entzückung, er erschießt sich ein paar Tage später, weil er seine geliebte Lotte nicht kriegen kann. In katholischen Ländern war der Weihnachtsbaum suspekt, erst Henriette von Nassau-Weilburg, Ehefrau des Erzherzogs Karl, führte den Baum 1816 in Wien ein. Damit war er in tonangebenden Schichten der Gesellschaft akzeptiert, in der Folge auch im Bürgertum.

Tod durch Scharlach

Die Herzogin hat nur noch sieben Kinder, nur eins stirbt als Kleinkind; sie selber mit 32 Jahren, aber nicht einfach an Erschöpfung, wie die arme Dorothea Sibylle, sondern an Scharlach. Das ist, meine ich, doch ein Fortschritt. Oft waren es hochgestellte Persönlichkeiten deutscher Herkunft, die den Weihnachtsbaum einführten, so kam der Baum durch den Deutschen Prinz Albert, den Gatten der Königin Viktoria, nach England. Heute ist der Baum in der ganzen Welt verbreitet, auch in nicht christlichen Gebieten. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts erlaubt die Katholische Kirche Christbäume in Kirchen, Johannes Paul II. hat schließlich 1982 den ersten Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz aufstellen lassen.