Akrobatik mit Tempo, viel Witz und Charme

12.11.2015 • 09:18 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Die Farellos“ zeigen Akrobatik mit Witz.  Foto: die Farellos
„Die Farellos“ zeigen Akrobatik mit Witz. Foto: die Farellos

Spaß und atemberaubende Akrobatik gibt’s beim Varieté am Bodensee.

schwarzach. Vom 19. November bis 8. Dezember findet im Haus der Messe in Dornbirn wieder das Varieté am Bodensee statt. Unter dem Motto „Sugar Baby“ können die Zuschauer zu Rhythmen der 50er/60er-Jahre viel Spaß, Musik und faszinierende akrobatische Leistungen erleben. Auch die High-Speed-Einrad-Künstler „Die Farellos“ sind mit von der Partie. Den VN gaben die beiden Akrobaten vorab ein Interview.

Sie haben beide eine Artistenausbildung, welche?

Lindner: Mit sechs Jahren schickten mich meine Eltern zum Geräteturnen. Ab dem 10. Lebensjahr wechselte ich in einen artistischen Verein, den mein Vater leitete. Dort trainierte ich dann meine gesamte Jugend lang zum großen Teil unter der Leitung meines Vaters.

Marschan: Mit sechs Jahren begann ich mit Geräteturnen. Im Alter von neun Jahren wechselte ich zu einem Artistenverein, was ich als Grundlage für meine Aufnahme auf die staatliche Artistenschule in Berlin betrachte, in der ich 1992 mein Studium als Artistin abschloss.

Ihr präsentiert mit „Highspeed Einrad“ eine temporeiche Show auf dem Einrad, wie viele Trainingsstunden absolviert Ihr am Tag?

Lindner, marschan: Früher trainierten wir drei- bis viermal wöchentlich etwa drei Stunden. Seitdem wir professionell unsere Engagements durchlaufen, reduzierten sich die Trainingsstunden, um auch fit für die Bühnenarbeit zu sein. In unserem für Akrobaten hohen Alter halten wir uns nur noch fit, um unsere „Highspeed Einrad“-Leistung erhalten zu können. Dafür erweitern wir ständig unser gesamtes Repertoire mit Sprache und Gags und investieren darin viel Zeit.

Wie kam die Vorliebe fürs Einrad?

Lindner: Als ich mit dem 10. Lebensjahr zu dem von meinem Vater geleiteten Artistenverein überwechselte, versuchten wir, ein artistisches Genre für mich zu finden. Nichts hat mich so richtig interessiert, bis mein Vater in einem alten Geräteschuppen der Turnhalle ein schon fast antikes Einrad fand. Ich versuchte es und es klappte anfangs natürlich eher schlecht als recht. Doch von diesem Zeitpunkt an trainierte ich jeden Tag mit diesem Einrad. Ich war fasziniert, denn niemand sonst besaß solch ein Gefährt; zu damaligen DDR-Zeiten waren Einräder ja etwas sehr Exotisches. 

Marschan: Eine Vorliebe für das Einrad gab es bei mir nicht, ich hatte vielmehr eine Vorliebe für Tiere und Sport. Als meine Eltern mir vorschlugen, mich bei einer Artistenschule zu bewerben war ich begeistert. Mein erster Gedanke war, endlich mit Tieren zu arbeiten und eine eigene Tierdressur vorführen zu können. Doch Tiere gab es dort keine. Nach erster Enttäuschung war ich dann aber offen für alles Neue.   

Ihr zeigt nicht nur akrobatisches Können, sondern performt dies auch sehr witzig. Wie entstehen Eure Programme?

Lindner: Es ist wichtig zu erkennen, was das Publikum gern sehen möchte. Wir sind sozusagen künstlerische Dienstleister für das Publikum. Anfangs hatten wir genug damit zu tun, unser akrobatisches Repertoire auf dem Einrad aufzuführen. Erst als unsere Tricks sicherer wurden, erkannten wir, dass hohe technische Leistung kombiniert mit Witz, ein großes Publikum begeistern konnte. Ende der 90er-Jahre traten wir in einem reisenden Varieté auf. Dort wurde eine Konzeptshow inszeniert, bei der jedem Artisten eine Charakterrolle zugetragen wurde. Meine Partnerin bekam die Rolle einer Putzfrau, die so viel Erfolg hatte, dass wir ihre Rolle generell in unser Repertoire einbauten.

Marschan: Zudem versuchen wir bei unseren Auftritten durch die Verbindung aus hoher artistischer Leistung, guter Musik und schauspielerischer Präsentation das Optimum an Unterhaltung zu erreichen, was uns viel Spaß bereitet. Das ist für uns auch der Schlüssel des Erfolgs: Spaß an der Sache.

Gibt es einen besonderen Ort, wo Ihr gerne mal auftreten würdet?

Marschan: Friedrichstadtpalast Berlin.

Lindner: Beim Varieté am Bodensee. Na gut, im Friedrichstadtpalast kann ich mir das auch gut vorstellen.

Zur Person

Ralf Lindner

Geboren: 26. November 1971

Wohnort: Berlin

Familienstand: verheiratet

Lebensmotto: Fang nicht an aufzuhören und hör nicht auf anzufangen!

Jacqueline Marschan

Geboren: 1. Juni 1973

Wohnort: Berlin

Familienstand: ledig

Lebensmotto: In der Ruhe liegt die Kraft!

Varieté am Bodensee, 19.11. bis 8.12., Tickets: www.reservix.de. Nähere Infos: wendelevents.at