„Ich bin sozusagen eine mitten aus dem Volk“

18.08.2016 • 11:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Maria Neuschmid ist „Magic Rosi“.  Foto: Neuschmid
Maria Neuschmid ist „Magic Rosi“. Foto: Neuschmid

Seit mehr als dreißig Jahren bringt Maria Neuschmid das Ländle zum Lachen.

schwarzach. Nun ist Maria Neuschmid als „Magic Rosi“ unterwegs und erzählt auf lustige Weise eine bittere Geschichte aus dem Leben. Den VN beantwortete die Vorarlberger Kabarettistin einige Fragen.

Ihr neues Programm „Magic Rosi“ wurde bei der Premiere mit Begeisterung aufgenommen. Es geht hier aber nicht nur um ein lustiges Thema, Magic Rosi wurde von ihrem Mann verlassen . . . ein lustiges Programm mit bitterem Beigeschmack? Oder wie würden Sie es beschreiben?

Neuschmid: Ja genau, gewissermaßen eine traurige Geschichte auf lustige Weise erzählt, wobei „lustig“ natürlich für jeden etwas anders bedeuten kann.

Was hat Sie zu diesem Programm bewogen?

Neuschmid: Ich höre einfach gut zu, wenn Menschen über Gefühle sprechen.

In einem früheren Interview haben Sie einmal gesagt, dass Sie gern einmal ins ernste Fach schlüpfen würden. Ist das nach wie vor so?

Neuschmid: Ja, das ist absolut so, aber es hat mich noch immer niemand gefragt. Wahrscheinlich muss ich mir die tragischen Stücke irgendwann einfach selbst schreiben.

Bisher war jedes einzelne Ihrer Programme ein riesiger Publikumserfolg. Was sehen Sie eigentlich als Ihr Erfolgsgeheimnis?

Neuschmid: Vermutlich liegt es daran, dass ich authentisch bin, wie es so schön heißt. Also eine mitten aus dem Volk, sozusagen.

Was war in Ihrer jahrzehntelangen Karriere das schönste Erlebnis?

Neuschmid: Es gibt ganz viele schöne Erlebnisse aus dieser Zeit, aber ganz besonders freuten mich die Spendenfreundlichkeit und das Vertrauen, das mein Publikum mitbringt. Seit über 15 Jahren wird dadurch vielen Menschen hier im Land geholfen (Maria Neuschmid sammelt nach jeder Vorstellung Geld für einen guten Zweck, Anm. d. Red.).

Und was war das Peinlichste, das Ihnen auf der Bühne jemals passiert ist?

Neuschmid: Oh, das kann ich Ihnen nur ganz persönlich sagen, so peinlich war’s . . .

Okay, dann frage ich besser, was ist für Sie das Schönste an Ihrem Beruf?

Neuschmid: Das Schönste an meinem Beruf ist es, den Leuten einen vergnüglichen Abend zu bereiten.

Ab dem 23. August geht Ihre „Magic Rosi“-Tour quer durchs Ländle weiter. Was ist Ihr körperlicher und seelischer Ausgleich zu den Proben und Aufführungen?

Neuschmid: Ich gehe laufen, ich lese gerne und Sie werden es nicht glauben, aber ich putze gerne. Was allerdings nicht heißen muss, dass es bei mir perfekt sauber ist.

Wenn Sie sich selbst in fünf Worten beschreiben müssten, welche wären es dann?

Neuschmid: Humorvoll, großzügig, ungeduldig, talentiert, aber leider zu wenig ehrgeizig – oder Gott sei Dank, je nachdem, wie man die Sache betrachtet.

Könnten Sie sich vorstellen, auch eines Ihrer anfänglichen Kabaretts wieder einmal aufzuführen? Etwa „Schaffa, schaffa, Hüsle baua“?

Neuschmid: Ja schon, aber dann müsste es ein neues Programm sein, so quasi Günter und Irene aus „Schaffa, schaffa, Hüsle baua“ reden beim Hausbau ihrer Kinder mit oder besser gesagt „drein“.

Und werden wir Sie wieder einmal mit Ihrer Tochter in einem gemeinsamen Programm erleben?

Neuschmid: Wenn nichts dazwischen kommt, sogar schon beim nächsten Programm. Wir freuen uns jedenfalls darauf und in der Zwischenzeit spielt Anna ja beim Vorarlberger Volkstheater.

Zur Person

Maria Neuschmid

Geboren: 26. Februar 1959

Wohnort: Gurtis

Familienstand: verheiratet

„Magic Rosi“ von und mit Maria Neuschmid. 23. 8. Kulturbühne Ambach in Götzis. Weitere Termine von September bis April 2017 finden Sie unter www.musikladen.at. Karten: Musikladen (05522/41000).