Eine musikalische Reise

13.04.2017 • 11:13 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Entführen das Publikum auf dem „Flying Carpet“ durch schillernde Klanglandschaften: Quadro Nuevo. Foto: quadro nuevo
Entführen das Publikum auf dem „Flying Carpet“ durch schillernde Klanglandschaften: Quadro Nuevo. Foto: quadro nuevo

Das mehrfach Echo-preisgekrönte Ensemble Quadro Nuevo gastiert in Bregenz.

schwarzach. Mit ihrem aktuellen Programm „Flying Carpet“ laden sie ihr Publikum auf eine klangvolle Flugreise über das Abend- und Morgenland ein. Mulo Francel, Saxophonist und Klarinettist von Quadro Nuevo, im VN-Interview.

Wie bist du zur Musik gekommen?

Francel: Mein Vater war Kriegsflüchtling aus Böhmen. Er hatte die Biografie des Entwurzelten, wie sie in der Nachkriegszeit millionenfach gelebt wurde. Später wurde er dann Jazzfan. Er starb, als ich sechs Jahre alt war und hinterließ mir seine umfangreiche Jazz-Plattensammlung. Als ich zwölf war, holte ich eine nach der anderen in mein Zimmer. Sie waren wie ein Medium zum Vater. Ich wollte Teil davon sein und zupfte auf einer alten Gitarre dazu. Mit 16 packte mich dann endgültig der Musikvirus und ich kaufte mir ein Saxophon. 

Du hast dann Saxophon und Komposition studiert, was ist für dich das Besondere an diesem Instrument?

Francel: Ich mag eigentlich alle Instrumente. Aber das Leben ist zu kurz, um verschiedene Instrumente gut zu beherrschen. Da muss man jahrelang üben. So blieb ich halt am Saxophon hängen.

Seit 1996 bist du mit Quadro Nuevo erfolgreich unterwegs. War für euch immer klar, dass ihr Weltmusik machen möchtet?

Francel: Wir verstehen uns als Demokraten. Jeder bringt seine Vorlieben mit ein. So kamen wir zu Tango, alten italienischen Canzoni, orientalischen Grooves, Balkan-Swing, Filmmusik – ein wilder Stil-Mix. Und dann waren wir ja viel mit der Musik unterwegs. Von Bali bis Buenos Aires. Wir sind fasziniert von fremden Kulturen und versuchen, aus deren Musik etwas in unsere Musik zu integrieren. Im letzten Januar spielten wir eine Tour durch Ägypten, mit vielen einheimischen Musikern. Das war ein fantastisches Erlebnis. Wir haben mit ihnen unser neues Album „Flying Carpet“ aufgenommen – ein fliegender Teppich aus Musik. Wir setzen uns darauf und schweben gemeinsam hinweg über die Grenzen von Politik und Religion.

Du hast die Musik einmal eine Parallelwelt genannt, in der man sich für einige Stunden von der Realität abschotten kann.

Francel: Jeder kann seine Gegenwelt finden, um in ihr wieder Kraft zu schöpfen für den Kampf gegen die Missstände in der realen Welt. Ich persönlich brauche eine ästhetische Gegenwelt, um überleben und kämpfen zu können. Meine Traumwelt finde ich in unserer Musik. Ich will mich keineswegs in ihr verschanzen. Ich lade jeden ein, mitzukommen.

Eure Musik ist rein instrumental, war das schon immer so oder hattet ihr mal Ambitionen, mit Gesang zu arbeiten?

Francel: Sehr selten.

Aus welchem Grund?

Francel: Grundsätzlich sind wir egoistisch. Das heißt: Jeder von uns vieren liebt sein Instrument und dessen Klang. Wir haben in unserer langjährigen Bandgeschichte einen Weg gefunden, dass jeder sich im Ensemble als Solist zeigen kann. Wenn ein Sänger hinzukäme, dann würde eine andere Hierarchie entstehen. Es muss nicht so sein, aber meist ist es so, dass dann der Sänger immer im Focus ist und die Band zum Begleitpersonal in zweiter Reihe wird.

Demnächst spielt ihr im Freudenhaus in Lustenau. Was erwartet die Zuhörer bei euren Konzert?

Francel: Wir spielen unsere Lieblingslieder und haben das neue Album „Flying Carpet“ dabei. Wir breiten vor der Bühne unseren fliegenden Teppich aus. Wer Lust hat, setzt sich mit uns darauf und wir fliegen davon.

Zur Person

Mulo Francel

Geboren: 21. September 1967

Wohnort: Baierbrunn südlich von München

Familienstand: verheiratet, 3 Kinder

Lebensmotto: Es gibt noch so viel zu entdecken und so viele Träume zu verwirklichen!

Quadro Nuevo sind am 27. April um 20.30 Uhr im Freudenhaus in Lustenau live zu erleben. Karten: v-ticket.at, Musikladen, Tourismusämter.