Kabarettistin Mika Blauensteiner erstmals solo auf der Bühne

Wohin / 07.09.2019 • 14:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Mika Blauensteiner erzählt mit viel Humor und Witz aus ihrem Leben. L.Steinkellner
Mika Blauensteiner erzählt mit viel Humor und Witz aus ihrem Leben. L.Steinkellner

Mit „Miss Verständnis – Ihr könnt mich gern haben“ stellt die Wiener Kabarettistin ihr erstes Soloprogramm vor.

Schwarzach Nach ihrem erfolgreichen Debüt mit Barbara Balldini in „Freudenmädchen“ ist Mika Blauensteiner nun auch solo zu sehen. Mit Herzlichkeit und viel Humor präsentiert sie demnächst in Götzis ihr Programm „Miss Verständnis“ – eine Geschichte voller Missverständnisse oder mit viel Verständnis . . . die Kabarettistin im VN-Gespräch.

Nach erfolgreichen gemeinsamen Auftritten mit Barbara Balldini starten Sie mit „Miss Verständnis“ ihr erstes Soloprogramm. Wie kommts?

Das ist einfach passiert. Die Barbara lag mir schon seit 12 Jahren in den Ohren, dass ich mit ihr auf die Bühne soll. Nach unserem zweiten oder dritten gemeinsamen „Freudenmädchen“-Auftritt in Götzis stand dann plötzlich ein Agent eines Münchner Managements in der Garderobe, der mich unter Vertrag nehmen wollte. Ich habe zuerst abgelehnt, weil ich die Auftritte mit Barbara einfach aus Freude und Spaß gemacht habe. Das Management hat aber nicht locker gelassen und ein halbes Jahr lang immer wieder nachgefragt – und irgendwann hab ich dann zugesagt.

Das ist aber ein sehr schönes Kompliment, wenn man so lange umgarnt wird . . .

Ja, ich wundere mich immer noch. Und ich staune auch immer wieder, wenn ich auftrete und da tatsächlich Menschen sitzen, die Geld dafür ausgeben, um mein Programm zu sehen. Nach meinen Auftritten geselle ich mich gerne zum Publikum, es ergeben sich oftmals ganz tolle Gespräche. Dabei fasziniert es mich, dass die Leute so freundlich sind und mein Programm so gut ankommt.

Um was geht es in Ihrem Programm „Miss Verständnis“?

Im Prinzip ist es eine Art Vorstellungsprogramm. Ich erzähle aus meinem Leben. Es ist also meine Geschichte, aber ich glaube, es ist nicht langweilig (lacht).

Wie ging es Ihnen beim Schreiben des Programms?

Als es hieß, dass ich ein Solo-Programm schreiben soll, habe ich schon kurz mal kalte Füße bekommen. Ich arbeite an der Oper und mache da Co-Regie und Regie-Assistenz und solche Sachen, ich kenne das Feld Theater also und weiß, was es heißt, Texte richtig zu verfassen. Es kommt sehr stark darauf an, wie man eine Sache erzählt. Hier die richtigen Formulierungen zu finden und das Ganze mit Humor so umzusetzen, dass es natürlich und nicht irgendwie aufgesetzt wirkt, ist schon eine Herausforderung. Außerdem war mir wichtig, dass es ehrlich ist. Was ich erzähle, ist also schon echt.  

Wie lange haben Sie daran geschrieben?

Tja, das darf ich gar nicht sagen . . . meine Zeit war so knapp bemessen, dass ich das Programm in drei Monaten fertig hatte. Normalerweise schreibt man gut ein Dreivierteljahr lang daran. Acht Tage vor Probenbeginn habe ich dann alles wieder weggeschmissen und neu geschrieben.

Haben Sie Ihr Programm jemandem vorab vorgeführt?

Ja, Barbara und ich sind nach Spanien abgehauen und haben so eine Art Arbeits-Retreat (Rückzug, Anm. d. Red.) gemacht. Wir haben beide an unseren Programmen gearbeitet und uns gegenseitig unterstützt, sie hat mein Programm darum schon vorab gekannt.

Sie und Barbara sind also auch außerhalb der Bühne befreundet?

Ja, wir sind seit über 20 Jahren gut befreundet.

Sie sind Kabarettistin – was darf Satire, was darf Humor? Und wo ist Schluss?

Ich weiß, dass Schadenfreude auf der Bühne super funktioniert. Aber eigentlich ist das eine bittere Geschichte und ich mag diese Art von Humor überhaupt nicht. Man kann Spaß auch auf liebevolle Art machen. Aber eines ist sicher: Mit Humor gelingt das Leben besser.

Was wünschen Sie sich für Ihre Vorarlberg-Premiere?

Ganz viele tolle Menschen. Ich freu mich einfach aufs Publikum und auf einen schönen Abend. In Vorarlberg hatte ich immer schöne Auftritte. Ich hoffe, dass die Vorarlberger mögen, was ich mache.

Mika Blauensteiner – Miss Verständnis: 20. September. Kulturbühne AmBach Götzis. Karten: Musikladen