„Als Clown darf ich alles können“

Wohin / 26.09.2019 • 08:53 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Martha Labil w. lustig
Martha Labil w. lustig

Clownfrau Martha Labil bringt Groß und Klein zum Lachen.

schwarzach Seit nunmehr 14 Jahren verzaubert Clownfrau Martha Laschkolnig in verschiedenster Weise ihr Publikum. Sie schlüpft von einer Figur in die andere, schafft es meist ohne Worte, mit schrägen, poetischen, oft einfachen Bildern zu unterhalten und zu erstaunen. Nun kommt sie nach Vorarlberg und präsentiert ihr Programm „Klopf, Kopf, Topf“ für ein großes und kleines Publikum. Im VN-Interview erzählt die Clownfrau über ihr Leben und ihren Beruf.

 

Wie wird man Clownfrau?

Martha Ich denke das ist ganz individuell: die einen besuchen eine Schule, nehmen an Workshops teil und wieder andere lernen es einfach beim Tun. Aber eigentlich glaube ich, dass man Clown nicht wird, sondern es eben in sich trägt: das Beobachten, das Verdrehen von Realitäten, die Ernsthaftigkeit, das Absurde.

 

Was war bei Ihnen ausschlag­gebend?

martha Ich bin in Linz mit einem alljährlichem Straßenkunstfestival aufgewachsen, und nach und nach ist mein Wunsch gewachsen, auch etwas in diese Richtung zu machen: Musik, Theater, Zirkus . . . Eigentlich wäre ich gerne auf eine Zirkusschule gegangen, aber das Leben ist mir dazwischengekommen. Also habe ich einfach angefangen aufzutreten, und es hat sich immer mehr herausgestellt, dass mir das Clowneske liegt. Und zwar weil ich als Clown alles können darf: Akrobatik, Musik, Geschichten erzählen, verwirren, bespaßen. Auch ist es schön, seine Kostüme und Requisiten selbst herzustellen: also habe ich mir fast alle Wünsche erfüllt: Handwerk, Kunst, Bewegung, Musik. Studiert habe ich ja Malerei, jetzt performe ich die Bilder, die ich malen will.

 

Kann man davon leben?  

martha Ja, ich lebe seit einigen Jahren davon. Davor habe ich nebenbei im Service gearbeitet, weil ich mit meiner Clownfigur nicht überall und zu jedem Anlass auftreten wollte. Ich konnte mir so meine Auftritte gezielt auswählen und mich langsam weiterentwickeln. Auch war ich lange an Wien gebunden, da ich meinen Sohn großgezogen habe. Und ohne größere Projekte und diverse Auslandstouren ist es sicher nochmal schwerer, davon zu leben.

 

Sie machen Clowntheater für Groß und Klein? Worüber lachen Kinder am meisten?

martha Kinder lachen über vieles. Wenn man Dinge aus dem gewohnten Kontext nimmt, wenn man sich vertut, wenn man sie anlacht, wenn man hinfällt, oft reicht schon ein Impuls, um Kinder zum Lachen zu bringen.

 

Und Erwachsene?

martha Erwachsene bringt man oft nicht so leicht zum Lachen. Aber wenn man authentisch ist, dann lachen sie auch gerne über jeden Schabernack.

 

Was mögen Sie an Ihrem Beruf am meisten?

martha Die vielfältigen Tätigkeiten. Die Nähe zum Publikum. Das Reisen. Die vielen tollen Menschen, die man kennenlernt und mit denen man zusammenarbeiten darf. Dass ich immer weiterwachsen kann, dass ich mein eigener Chef bin und dass ich manchmal das Gefühl habe, wirklich etwas zum Besseren verändern zu können.

 

Erzählen Sie uns eine Anekdote aus Ihrem Clownleben?

martha Einmal habe ich mich gewundert, warum mich die Dame an der Kasse so eigenartig ansieht. Erst später vor einem Schaufenster habe ich bemerkt, dass ich vergessen hatte mich abzuschminken. Im Postamt ist mir das auch passiert. Der Beamte war sehr skeptisch.

 

Demnächst gastieren Sie mit Ihrem Programm „Klopf, Kopf, Topf“ in Vorarlberg.

martha In diesem Stück gibt es von allem etwas: Akrobatik, Musik, Zauberei, Jonglage. Alles auf lustige Weise, aber etwas anders. Ich denke, schönes, berührendes Clowntheater zum Mitmachen. Für Menschen jeden Alters. Jeder Auftritt ist anders, da es viel darauf ankommt, wie das Publikum mitmacht. VN-ea

Zur Person

Martha Laschkolnig

Geboren 1980 in Linz

Wohnort Wien

Lebensmotto mit offenen Augen und Ohren neugierig bleiben, aufmerksam sein, authentisch sein

Martha Labil präsentiert ihr Programm „Klopf, Kopf, Topf“ am 28. September im Spielboden Dornbirn und am 29. September in der Kammgarn Hard.