Kabarett: Humor als sympathische Waffe

Wohin / 17.01.2020 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bei seinen Auftritten sorgt Gernot Kulis regelmäßig für Lachstürme – demnächst auch in Dornbirn

Am 22. Jänner präsentiert Gernot Kulis im Kulturhaus Dornbirn sein Pointenspektakel „Herkulis“. Der Wiener Comedian im VN-Gespräch.

Sie sind jetzt schon eine Weile mit Ihrem Programm „Herkulis“ unterwegs. Wie viele Shows haben Sie bisher gespielt?

Wir haben gerade unlängst darüber geredet, ich glaube, es sind so an die 360 Shows.

Es geht darin ja um die Antihelden des Alltags, wie ich gelesen habe. Bitte ein paar Worte zum Inhalt.

Man kann Probleme bekanntlich auch ohne Kraft und Gewalt lösen. Und darum geht’s eigentlich in „Herkulis“ – um moderne Helden, die die Dinge des Alltags stattdessen mit Humor und Spaß angehen. Humor ist eine tolle sympathische Waffe, und würden sich die Menschen weniger mit dem Ärger aufhalten und ihre Energie stattdessen auf die Problemlösung richten, wären die Leute gleich viel positiver drauf. Denn eine Lösung beginnt immer mit einem positiven konstruktiven Gedanken.

Wie schwierig ist es, Gags immer wieder vorzutragen und dabei selbst den Witz an der Situation nicht zu verlieren?

Ich glaube, hier ist der Zeitfaktor mitentscheidend. Wir haben diese 360 Shows in zweieinhalb Jahren an ganz verschiedenen Orten gespielt. Es liegen also immer wieder Zeitdistanzen durch Anreise usw. zwischen den Auftritten. Zudem verändert sich das Programm ja oftmals auch durch regionale Einflüsse, da ergeben sich mitunter ganz neue Gags. Man verbessert sich im Laufe der Auftritte auch.

Es ist also so, dass Sie die Programme immer wieder mit Gags ergänzen?

Ja, wenn es sich ergibt und passt, dann schon. Aber nicht auf Zwang.

Wie sind Sie eigentlich zum Kabarett gekommen?


Ich war schon als Jugendlicher am Theater interessiert, habe gerne Leute imitiert, Nachbarinnen, Lehrer usw. Gemeinsam mit einem zweiten Schüler habe ich damals im Internat regelmäßig lustige Kassetten aufgenommen und jeder – auch die Lehrer – hat immer darauf gewartet, bis wir wieder eine neue Folge fertig hatten. Wir haben die Kassette dann um 5 Schilling verkauft (lacht). Ich wollte einfach immer schon mit Menschen zu tun haben, den Leuten eine gute Zeit schenken, sie zum Lachen bringen. Dann habe ich zum Glück das Talent der Stimmenimitation für mich entdeckt und kam so langsam auch beruflich in das Metier hinein. Irgendwann habe ich dann gesagt, so, jetzt mache ich ein Soloprogramm, das war damals „Kullisionen“ und hat gleich super funktioniert.

„Was grad kulis“ – ihr neues Satire-Video-Format auf Youtube widmet sich den Schlagzeilen des Tages.

Ich wollte mal was Neues ausprobieren. Und so habe ich aktuelle Themen aufgegriffen und professionelle Videos damit gemacht. Und jetzt schaue ich mal, wie das ankommt. Ich hätte soviele Themen, die ich hier aufgreifen möchte, aber die Zeit reicht nicht für alle aus.

Sie treten im Jänner in Dornbirn auf. Wer muss unbedingt zu Ihrer Aufführung kommen?

Alle, die gerne zwei Stunden lang durchlachen möchten. „Herkulis“ ist ein richtiges Pointen-Spektaktel, das traue ich mich zu sagen. FA

Gernot Kulis – Herkulis: 22. 1.2020, 20 Uhr, Kulturhaus Dornbirn. Karten: Musikladen, 05522/41000