Gestaltungsspielräume für junge Menschen

25.09.2015 • 10:15 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die Teilnehmenden fordern mehr Mitgestaltungsrechte für junge Menschen. Foto: Etzlstorfer
Die Teilnehmenden fordern mehr Mitgestaltungsrechte für junge Menschen. Foto: Etzlstorfer

Rund 70 Teilnehmende aus dem In- und Ausland erarbeiteten Impulse für mehr Jugendbeteiligung.

Bregenz. Auf Einladung der Bundesjugendvertretung und dem Land Vorarlberg fanden sich Mitte September im Rahmen des „Strukturierten Dialogs“ rund 70 Jugendliche, Experten und politische Vertreter aus Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Südtirol im Vorarlberg-Museum ein, um Jugendbeteiligung gemeinsam voranzubringen.

Lebenswerte Zukunft

Staat und Wirtschaft sind allein nicht dazu in der Lage, unsere Lebensqualität zu sichern. Für eine lebenswerte Zukunft braucht es engagierte Bürger und Bürgerinnen, die sich einmischen und mitgestalten. Viele junge Menschen wollen etwas bewegen. Dazu braucht es Mitgestaltungsmöglichkeiten. Doch: Wie können Erwachsene und Jugendliche Gestaltungsspielräume teilen? Wie kann eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Jugend und Politik gelingen? Wie können wir Jugendbeteiligung einen Schritt voranbringen? In einem länderübergreifenden Austausch wurden der Ist-Zustand erhoben und Potenziale ausgelotet. Was läuft schon gut? Welche Chancen tun sich auf? Was wollen wir ins Laufen bringen? Darauf aufbauend wurden Ideen, Projekte und Empfehlungen entwickelt, Umsetzungsmöglichkeiten mit politischen Vertretern beleuchtet und weitere Schritte skizziert. Im Zentrum des Dialogs standen die Themen „Vielfalt und Solidarität“, „Politische Bildung und Beteiligung an Schulen“ sowie „Mitspracherechte in Gemeinden“.

Dialog auf Augenhöhe

Wie schon der Titel der Veranstaltung verrät, zielte die Konferenz auf einen Dialog ab. Das aus jungen Erwachsenen und Jugendlichen bestehende Moderationsteam legte besonderes Augenmerk auf die wertschätzende Einbindung aller Beteiligten. Bereits zu Beginn der Konferenz wurden die Teilnehmenden darum gebeten, einander – zumindest für die Dauer der Veranstaltung – das Du-Wort anzubieten, um einen Austausch auf Augenhöhe zu fördern. Weder ein Podium noch ein Rednerpult setzten Grenzen zwischen Gästen und Vortragenden. Ob Begrüßungen, Statements, Workshops oder fachliche Inputs, alles stand unter dem Zeichen der guten Zusammenarbeit. Alle Teilnehmenden waren dazu eingeladen, zu Wort zu kommen, ihre Themen einzubringen und diese in einer Arbeitsumgebung zwischen Kreativität und Struktur gemeinsam zu bearbeiten. Daraus entwickelte sich eine inspirierende Atmosphäre, in welcher bemerkenswerte Ergebnisse erarbeitet werden konnten.

Empfehlungen

Neben Jugendbeteiligungsprojekten wurden gemeinsame Empfehlungen erarbeitet. So werden politisch Verantwortliche aller Ebenen unter anderem dazu aufgefordert, Jugendlichen mehr Mitspracherechte auf lokaler Ebene einzuräumen und Jugendbeteiligungsbudgets für Projekte bereitzustellen. Im Bereich Schulbeteiligung sollen neue Formen der politischen Bildung etabliert werden, welche Lernfelder für Mitgestaltung eröffnen. Weitere Empfehlungen beziehen sich auf die Themen Information und Vernetzung, die Unterstützung von Jugendorganisationen und die Stärkung der Solidarität in der Gesellschaft. Die Empfehlungen und Projekte der Dialogkonferenz werden in Zusammenarbeit mit Jugendlichen, der Landesjugendreferate und der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft für Partizipation (ARGE Partizipation) aufgegriffen, um spürbare Impulse für mehr Mitbestimmung durch junge Menschen entstehen zu lassen. Die nächste Gelegenheit, sich in diesen Prozess einzubringen, ist die Fachtagung der ARGE Partizipation. Von 9. bis 10. Oktober werden im Kolpinghaus Salzburg konkrete nächste Schritte für die Umsetzung der Konferenzergebnisse gesetzt. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Expertise junger Menschen. Die Teilnahme ist kostenlos, aber nicht umsonst!

Christoph Kutzer (32), Vorarlberg

Sandro Tirler21, VorarlbergBeteiligung ist wichtig, weil wir später die sind, die mit den Entscheidungen leben müssen. Aber viel profitabler ist es für die Erwachsenen, da sie mit jugendlichem Denken angereichert werden, bei dem ein „Das geht nicht!“ eine Ausnahme ist.
Sandro Tirler

21, Vorarlberg

Beteiligung ist wichtig, weil wir später die sind, die mit den Entscheidungen leben müssen. Aber viel profitabler ist es für die Erwachsenen, da sie mit jugendlichem Denken angereichert werden, bei dem ein „Das geht nicht!“ eine Ausnahme ist.

Julian Nikolaus Rensi18, SüdtirolDer Wille zur Beteiligung an Angelegenheiten, die über den Bereich der Privatinteressen hinausgehen, ist Voraussetzung für eine demokratische Gesellschaft. Damit die Ideale der Demokratie Europa prägen, muss auf Partizipation gesetzt werden.
Julian Nikolaus Rensi

18, Südtirol

Der Wille zur Beteiligung an Angelegenheiten, die über den Bereich der Privatinteressen hinausgehen, ist Voraussetzung für eine demokratische Gesellschaft. Damit die Ideale der Demokratie Europa prägen, muss auf Partizipation gesetzt werden.

Angela Kogler18, OberösterreichJugendliche sollten die Chance haben, etwas verändern zu können. Nur so kann Machtlosigkeit verhindert werden. Junge Menschen wollen sich für ihre Zukunft einsetzen. Es muss nur durch Vertrauen der richtige Rahmen geschaffen werden.
Angela Kogler

18, Oberösterreich

Jugendliche sollten die Chance haben, etwas verändern zu können. Nur so kann Machtlosigkeit verhindert werden. Junge Menschen wollen sich für ihre Zukunft einsetzen. Es muss nur durch Vertrauen der richtige Rahmen geschaffen werden.

Lisa-Marie Eberharter17, TirolWir stehen schwerwiegendsten Weltproblemen gegenüber. Wir kennen die Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit nicht. Aber wir wollen und müssen uns diesen Fragen stellen. Unsere Generation wird die Zukunft maßgeblich mitgestalten.
Lisa-Marie Eberharter

17, Tirol

Wir stehen schwerwiegendsten Weltproblemen gegenüber. Wir kennen die Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit nicht. Aber wir wollen und müssen uns diesen Fragen stellen. Unsere Generation wird die Zukunft maßgeblich mitgestalten.

Alexander Hoor20, VorarlbergJugendliche wollen ihre Anliegen selbst vertreten und sollten von Politik und Verwaltung wahr- und ernstgenommen werden. Veranstaltungen wie diese schaffen einen Rahmen, in dem Jugendliche und Erwachsene in Austausch treten können.
Alexander Hoor

20, Vorarlberg

Jugendliche wollen ihre Anliegen selbst vertreten und sollten von Politik und Verwaltung wahr- und ernstgenommen werden. Veranstaltungen wie diese schaffen einen Rahmen, in dem Jugendliche und Erwachsene in Austausch treten können.

Rumeysa Seker22, VorarlbergJugendliche werden die Geschichte der Zukunft schreiben. Sie besitzen den Elan, ihre Zukunft positiv zu verändern. Dies können sie nur dann verwirklichen, wenn sie die Möglichkeit haben, am Prozess der Entscheidungsfindung teilzunehmen.
Rumeysa Seker

22, Vorarlberg

Jugendliche werden die Geschichte der Zukunft schreiben. Sie besitzen den Elan, ihre Zukunft positiv zu verändern. Dies können sie nur dann verwirklichen, wenn sie die Möglichkeit haben, am Prozess der Entscheidungsfindung teilzunehmen.

zett-be-Umfrage. Warum setzt du dich für mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten für junge Menschen ein?

Ergebnisse der Dialogkonferenz und Anmeldung zur Fachtagung der ARGE Partizipation unter: www.strukturierter-dialog.at.

Informationen zu Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbeteiligung in Vorarlberg unter: www.vorarlberg.at/zukunft.